Holundergelee selber machen

Foto: Hetizia / FOTOLIA

Mitten in der Stadt, an alten Scheunen auf dem Dorf oder im Halbschatten von Waldlichtungen: Holundersträucher begegnen uns beinahe überall.

So richtig wahrnehmen tun wir die Holundersträucher meistens erst im Mai, wenn sie in cremeweißen, unvergleichlich und herrlich duftenden Dolden blühen, aus denen man seine Nase gar nicht wieder herausnehmen möchte, oder im Spätsommer eben, wenn sich die violett-schwarzen Holunderbeeren zeigen.

Holunderbeeren selber machen

Bitte nur vollständig, violett-schwarz durchgefärbte Dolden ernten. Rötlich schimmernde Holunderbeeren sind giftig und sollten daher herausgepflückt werden. Holunder gehört übrigens zur Gattung der Moschuskrautgewächse und enthält weltweit ungefähr zehn Arten, von denen drei in Mitteleuropa heimisch sind. Am bekanntesten von diesen drei Arten ist der Schwarze Holunder, der im heutigen Sprachgebrauch meist als „Holunder“, in Deutschlands Norden oft auch als „Fliederbeerbusch“ und in Bayern und Österreich als „Holler“ bezeichnet wird.

Wer keine frischen Holunderbeeren zur Hand hat, kann bequem 100% Holundersaft in der 0.75l Flasche aus der westsächsischen Saftmanufaktur Mehlhorns kaufen und sich nach Hause liefern lassen.

Holunderdolden gründlich waschen, dann die reifen, violett-schwarzen Beeren von den Dolden vorsichtig „abernten“. In einem geeigneten Topf aufkochen und den somit gewonnen Saft durch ein Sieb abseihen. Alternativ geht das auch mit 100% Holundersaft in Flaschen, welcher im Einzelhandel oder Online erhältlich ist. 1 Flasche (750 ml) Holundersaft in einen Topf geben, 1 kg Gelierzucker (1:1), ein Päckchen Zitronensäure hinzufügen und gut verrühren.

Ab auf den Herd und mindestens 4 – 5 Minuten sprudelnd, unter ständigem rühren, kochen, bis es geliert – Gelierprobe machen. Jetzt den Holundergelee in ausgekochte Gläser füllen, Deckel drauf und auf den Kopf stellen. Fertig ist der selbst gemachte Holundergelee. Überrasch einfach auch mal deine Freunde mit einem Glas, als Mitbringsel.

Wie macht man eine Gelierprobe? Dazu am Ende der Kochzeit einen Löffel der heißen Masse auf einen kalten Teller geben. Verläuft diese auf dem schräg gehaltenen Teller, muss sie länger einkochen. Bleibt sie fest, kann die heiße Zubereitung abgefüllt werden. Das Wort „Gelee“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „zum Erstarren bringen“.

Und nochmal: Widerstehe unbedingt der Versuchung, die rohen Früchte zu naschen. Denn in den schwarzen Beeren ist ein Giftstoff (das Glycosid Sambunigrin) enthalten, der sich erst nach dem Kochen zersetzt. Noch rote Holunderbeeren sollten sogar entsteinen werden, denn deren Kerne bleiben auch nach dem Erhitzen toxisch.

Holunderbeeren einfrieren

Solltest du zu viele Holunderbeeren gepflückt haben, kannst du diese natürlich auch einfrieren. Die reifen Früchte unter fließendem gründlich Wasser reinigen, mit einer Gabel die Beeren vorsichtig abstreifen und trocken tupfen – unreife und überreife Früchte aussortieren. Du kannst auch ganze Dolden einfrieren – im gefrorenen Zustand lassen sich die Früchte einfacher von den Dolden trennen und verursachen so keine Flecken. Nun die Beeren in einer Schüssel mit Zucker mischen. Die beste Verpackung für deine Tiefkühltruhe lässt weder Luft nach innen, noch dringt Feuchtigkeit nach außen. Gefrierdosen oder luftdichte Beutel sind daher empfehlenswert. Gezuckerte Holunderbeeren sind ca. 12 Monate haltbar, ungezuckerte Holunderbeeren hingegen sind innerhalb von 5 bis 7 Monaten zu verarbeiten.

Holunderbeeren lufttrocknen

Belasse die Beeren einfach nach der Ernte an den Dolden, somit eignen sie sich prima zum Trocknen an der Luft. Einfach die Dolden mit Wäscheklammern auf einer Leine aufhängen. Gut geeignet ist ein warmer, trockener und luftiger Platz auf dem Dachboden oder in einer Scheune. Auf keinen Fall dürfen die Holunderbeeren während des tocknens praller Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein oder gar durch Regen nass werden.

Zum Verzehr

Erst durch das Kochen der Beeren bei mehr als 80 Grad zersetzt sich das giftige Glycosid Sambunigrin und die Holunderbeeren werden bekömmlich.

Fotos: Alfred Nesswetha / FOTOLIA

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