Quittengelee selber machen

Frucht des Jahres 2017 – von Anfang Oktober bis in den November hinein haben Quitten Hochsaison. Diese traditionelle Frucht eignet sich sehr gut zum Kochen von Marmeladen und Gelees. Aber auch in herzhaften und süßen Speisen schmecken sie einfach nur wunderbar.

Reife Quitten verströmen einen wunderbaren Duft, der uns tief durchatmen lässt und den ganzen Raum wundervoll aromatisiert. Die Quitte (Cydonia oblonga) verdankt übrigens ihren Namen botanisch-wissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta. Die in der Schweiz, Deutschland und Österreich wachsenden Quittensorten sind für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und durch die enthaltenen Gerbstoffe viel zu bitter sind.

Am besten erfolgt die Ernte im nicht ganz reifen Zustand, da sonst das in den Quitten enthaltene Pektin fast abgebaut ist – als Erntezeitpunkt gilit die Phase, in der die Farbe der Quitten von grün nach gelb wechselt. Bei zu später Ernte tritt schnell eine Bräunung des Fruchtfleisches auf. Fast reife Früchte lassen sich übrigens bis zu zwei Monate lagern.

Aus Quitten kann man vieles machen, zu Beispiel Marmelade, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee (auch Quittenkäs genannt), Wein, Likör, Schnaps sowie Perlwein herstellen. Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der Apfelwein- oder Saftherstellung. Gebacken eignen sich Quitten als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen getrocknet (gedörrt) und in Zucker gewendet wird. Ein Rezept dazu findest du am Ende dieses Artikels.

Wenn du keinen eigenen Quittenbaum hast, frag einfach Mitte/Ende Oktober in einer Fruchtsaftkelterei in deiner Nähe ob sie dir ein paar Kilo überlassen, kaufe sie auf dem Wochenmarkt, oder frag jemanden, der ein Quittenbaum (eigentlich Quittenstrauch) im Garten hat und dir einige Quitten überlässt.

Heut „zaubern“ wir uns mal einen schönen Vorrat an Quittengelee – und der Winter kann kommen. Los geht’s – befolge die folgenden 10 Schritte, dann steht einem herrlichen Quittengelee nichts im Wege.

Fotos: rolfkocht.de

Zutaten für ca. 14 Gläser Quittengelee a 230 ml Inhalt

5-6 kg Quitten, 2 Pakete (a 1 kg) Gelierzucker 1:1 (1 kg Gelierzucker pro 900 ml Fruchtsaft), 2-3 Tücher, 14 Schraubgläser Amazon mit Deckel (230 ml), 1 Päckchen Zitronensäure

1: Den feinen Flaum der Quitten mit einem trockenen Tuch gründlich abreiben. Quitten waschen.

2: Die Quitten kraftvoll samt Kerngehäuse (gibt zusätzlich Aroma) grob zerteilen.

3: Die zerteilten Quitten und 2 l Wasser in einem großen Topf zugedeckt ca. 50 Minuten köcheln lassen. 1 Stunde aufgedeckt ruhen lassen. Bereite nun folgendes vor: Ein Tuch in ein großes Sieb auslegen und in einen großen (leeren) Topf hängen.

4: Die gekochten Quitten samt Flüssigkeit in dem Sieb (oder auch über 2 verteilen, je nach dem wie groß das Sieb ist) verteilen und mindestens 12 Stunden (ab besten über Nacht) abtropfen lassen. Am nächsten Tag die Tücher mit den Quitten etwas ausdrücken.

5: Nun die sauberen Gläser und Deckel mit kochend heißem Wasser ausspülen.

6: 1800 ml Fruchtsaft abmessen und mit den 2 kg Gelierzucker (1:1) und dem Päckchen Zitronensäure (5 g) in einem großen Topf ordentlich verrühren bzw. auflösen.

7: Fruchtsaft nun aufkochen und mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen. Wichtig: abei die ganze Zeit rühren, damit nichts anbrennt!

8: Gelierprobe: Etwas Quittengelee auf einen kleinen kalten Teller – vorher in den Kühlschrank stellen – geben. Wird das Quittengelee „schnell“ dickflüssig und fest, kann das Quittengelee nun in die 14 Gläser gefüllt werden.

9: Jetzt das Gelee sofort in die Gläser füllen und danach zügig verschließen. Vorsicht, heiß!

10: Die Gläser nun auf den Deckel stellen und auskühlen lassen. Quittengelee fertig.

Quitten vom „Flaum“ befreien, sonst wird dein Quittengelee bitter

Um Quitten in Stücke zu schneiden, bedarf es ein wenig Kraft

Quitten in einem ausreichend großen Topf kochen

Die gekochten Quitten nun durch ein Passiertuch Amazon abseihen

Quittensaft in vorbereitete Einmachgläser Amazon abfüllen

Wer eine Quitte unbedingt mal „trinken“ möchte, sollte den Quittennektar von Mehlhorns probieren!

Buchtipp: Auch der Ausnahmekünstler und Autor Max Goldt beschäftigt sich in seinem Buch Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau Amazon mit dem von ihm kreierten raren Genre des Quittenwitzes.

 

Zum Schluss noch ein Rezept aus alten Tagen – Quittenbrot

Für ein Quittenbrot benötigst du folgende Zutaten: 2 kg Quitten, 200 ml Wasser, eine halbe Zitrone und 1 g Zucker pro Gramm Quittenmark.

Zubereitet wird wie folgt: Zuerst presse die halbe Zitrone. Danach kannst du das Backpapier auf den Backblech ausbreiten. Jetzt die Quitten in Würfel schneiden und mit Wasser und dem Zitronensaft weich dünsten. Im Anschluss die Masse durch ein Sieb streichen, abwiegen und in den Topf zurückgeben. Nun die genau ermittelte Menge an Zucker hinzufügen und die Quittenmasse dicklich einkochen (Vorsicht: sie setzt schnell an). Jetzt kannst du Masse auf das vorbereitete Backblech gießen und ca. ein bis zwei Tage trocknen lassen. Jetzt das Quittenbrot in Stücke schneiden und genießen. Zur Aufbewahrung unbedingt eine Dose verwenden, welche wirklich dicht hält – falls nicht zieht das Quittenbrot allmählich Luftfeuchtigkeit, was letztendlich zu Schimmelbildung führen kann.

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