Bestes Olivenöl der Welt – 2020

Erholung in Sicht – aber nicht für alle! Nach den schlechten Ernteergebnissen des Vorjahres erholt sich die Olivenölproduktion in Italien wieder ein Stück weit. Schuld war unter anderem die Kälteperiode, welche viele Teile Italiens in den Monaten Februar und März letzen Jahres heimgesucht hatte. Außerdem verlief die Blüte im Frühjahr, auf Grund von zu viel Regen, nicht überall optimal.

Auf Mallorca hingegen sorgte Trockenheit für einen Einbruch der Olivenernte. Einige Oliven konnten aufgrund Wassermangels nicht richtig wachsen. Nach der Blüte im April sind die Olivenbäume besonders auf Wasser angewiesen. Trotz dieser Einbußen fiel die Ernte etwas ertragreicher als im vergangenen Jahr aus, als der Ertrag bei nur ca. 32 Prozent gelegen hatte.

Selbst in Spanien gingen die Erntemengen in der Saison 2019 / 2020 leicht zurück. In weiteren Erzeugerländern wie Griechenland, Tunesien und Portugal, die im Vorjahr auch mit ernsthaften Problemen konfrontiert waren, wurden etwas bessere Erntemengen eingefahren als in der Vorjahressaison.

Warten wir mal die Ergebnisse der internationalen Wettbewerbe ab. Sicherlich wird es keinen Mangel an Vielfalt geben, denn verschiedene Olivensorten gibt es ja jede Menge. Während die einen Olivensorten ein süßliches Aroma mitbringen, bringen andere eine fruchtige, herbe oder gar etwas bittere Geschmacksnote mit. Entsprechend unterschiedlich fällt dann natürlich auch das gepresste Olivenöl aus.

Update: Für den Start der Saison 2019 / 2020 kann ich dir folgende Olivenöle empfehlen:

Intensiv-fruchtiges Olivenöl:
„Finca La Torre – Selección Hojiblanca / BIO“
„Mate – Timbro Istriano / BIO“
„Knolive EPICURE“
„Fonte di Foiano – Toscano IGP / BIO“

Intensiv grün, charaktervoll, mittlere bittere und scharfe Noten. Intensiver Duft nach grünen Tomaten, Äpfeln und frisch geschnittenem Gras.

Mittel-fruchtiges Olivenöl:
„Rincón de la Subbética / BIO“
„Frantoi Cutrera – Primo / BIO“
„Solivellas“
„Venta Del Barón“

Ausgewogene und fruchtige Aromen. Wundervolle Kombination von bitterem und süßem Geschmack, geprägt von Aromen wie grüner Banane, Artischocke und schwarzem Pfeffer.

Inhaltsverzeichnis:

Bestes Olivenöl der Welt – eine Auswahl der wichtigsten Olivensorten

In Spanien werden um die 200 Olivensorten kultiviert. Spanien ist übrigens auch der weltweit größte Olivenproduzent. Die angebauten Sorten gehen noch immer auf den Beginn der Kultivierung zurück. Eine große Sortenvielfalt gibt es auch in Italien, wo alleine zwischen Ligurien und Sizilien an die 80 verschiedene Sorten wachsen. In Griechenland stehen allein auf der Insel Kreta etwa 20 Millionen Olivenbäume. Tunesien, einer der größten Olivenölproduzenten außerhalb der EU, blickt auf eine der ältesten Traditionen im Olivenanbau zurück, die wohl bis in das 8. Jahrhundert vor Christus reicht. Die tunesische Sortenvielfalt beinhaltet über 20 Olivensorten.

Spanien

Picudo
Hojiblanca
Verdial
Arbequina
Empeltre
Cornicabra
Lechín
Royal de Cazorla

Italien

Coratina
Leccino
Frantoio
Carolea

Griechenland

Athinolia
Kalamata
Koroneiki

Tunesien

Chemlali
Chetoui
Zalmati
Zarrazi
Chemchali
Oueslati
El Horr
Gerboui

Kleine Olivenölschule – Olivenöl und seine Fruchtigkeit

Sensorik-Beispiel für „intensiv-fruchtige“ Olivenöle: frisch geschnittenes Gras, grüne Bananenschale, Artischocken, Tomatenstrauch – am Gaumen und in der Kehle mit deutlicher Schärfe und leichter Bitterkeit

Dieses Thema beinhaltet redaktionelle Inhalte von evoo ag – olive oil competence center.

Der Zeitpunkt für die Olivenernte streckt sich, je nach gewünschtem Charakter und Grad an Fruchtigkeit des Olivenöls, vom Herbst bis in den Winter hinein. Wobei für „intensiv-fruchtige“ Olivenöle ausschliesslich grüne Oliven zum sogenannten optimalen Reifezeitpunkt geerntet und verarbeitet werden.

Deren intensive Aromen, an frisch geschnittenes Gras, grüner Bananenschale, Artischocken und Tomatenstrauch erinnern. Für diese Aromen sorgen unter anderem die im Olivenöl enthalteten Polyphenole. Auch den scharfen, leicht bitteren Abgang haben nur echte Spitzenöle, weil die Oliven früh, also „unreif“ geerntet wurden. Das zeigt sich am Gaumen und insbesondere in der Kehle durch eine deutliche Schärfe.

grüne, unreife Oliven für „intensiv-fruchtige“ Olivenöle

Solch „intensiv-fruchtige“ Olivenöle stellen die Königsklasse der Olivenöle dar. Während „Erstgenießer“ meist von den Aromen dieser kräftigen Olivenöle überrascht sind, gelten Sie für Kenner und Genießer als ein Muss in der Küche.

Des Weiteren gibt es Olivenöle die geschmacklich als „mittel-fruchtige“ Olivenöle einzuordnen sind. Sie werden meist aus grünen bis mittelreifen Oliven gewonnen. Mittel-fruchtige Olivenöle sind in der Nase eher zurückhaltender als „intensiv-fruchtige“ Öle. Solch Olivenöl, mit einer ausgewogenen Schärfe und Bitterkeit, lässt sich in der Küche beinahe überall verwenden und gibt vielen Speisen das gewünschte „i-Tüpfelchen“.

mittelreife Oliven für „leicht-fruchtige“ Olivenöle

Olivenöle mit „leicht-fruchtigen“ Aromen sind das Ergebnis von mittelreif geernteten Oliven, die mit einer violetten bis fast schwarzen Färbung geerntet wurden. Deren Aromen sind meist geprägt von reifen Bananen, vollreifen Äpfeln, Mandeln und Trockenfrüchten – sie weisen meist keinerlei bzw. kaum grüne, fruchtige Noten auf. Letztendlich muß jeder für sich selbst entscheiden, welches Olivenöl ihm am besten schmeckt – das Geschmacksempfinden ist ja bei jedem Menschen unterschiedlich. Ich persönliche empfehle „intensiv-fruchtige“ Olivenöle zu genießen.

Sensorik-Beispiel für „leicht-fruchtige“ Olivenöle: reife Bananen, vollreife Äpfel, Mandeln, Trockenfrüchte

Aber wo bekommt man nun Olivenöle bester Qualität zu kaufen. Findet man im Supermarkt Premium-Olivenöle? Kurze, ehrliche Antwort? Extrem selten! Premium-Olivenöle sind rar, teuer und sie aufzuspüren ist nicht ganz so einfach.

Olivenöl aus Discountern oder Supermärkten ist überwiegend ein industrielles Produkt. Es wird nicht primär in höchster Qualität für den größten Genuss hergestellt, sondern um mit größter Effizienz bei niedrigsten Betriebskosten den niedrigsten Preis zu erzielen.

Für hochwertiges Olivenöl solltest du mit mindestens 15,- je halber Liter rechnen. Am aussichtsreichsten ist die Suche nach Qualität bei einem fachkundigen Einzelhändler oder lass dich von meinen Empfehlungen inspirieren.

Bestes Olivenöl der Welt – Erntesaison 2019 / 2020

Es gibt sicherlich viele nationale und auch regionale Olivenöl-Wettbewerbe. Da diese aber einen lokalen Fokus aufgrund der Tatsache, dass nicht in jedem größeren Olivenöl produzierendes Land ein nationaler Wettbewerb durchgeführt wird, konnten diese Ergebnisse nicht im internationalen Ranking berücksichtigt werden.

Nachfolgend die Gewinner, welche die Organisation „World’s Best Olive Oils“ (Punkteschema als PDF) publiziert und sich aus den Ergebnissen der insgesamt 7 führenden internationalen Wettbewerbe für „Extra Virgin Olive oil“ (zu Deutsch: Natives Olivenöl Extra) ergeben. Zu den Wettbewerben zählen: Mario Solinas Award – COI/IOC, Ovibeja, Leone D’Oro, Sol D’Oro, SIAL Olive D’Or, Evooleum EVOO Awards und ArgOliva.

Die Platzierungen stehen laut der Organisation „World’s Best Olive Oils“ für 2020 noch nicht fest.

Neu: Bestes Bio-Olivenöl der Welt – 2019 / 2020

Die Platzierungen stehen laut der Organisation „World’s Best Olive Oils“ für 2020 noch nicht fest.

Neu: Meine persönlichen Olivenöl-Favoriten – Erntesaison 2019 / 2020

Ein gutes Olivenöl ist immer auch ein spannendes Genuss- und Geschmackserlebnis wie bei einer perfekten Pizza. Je nach Olivensorte schmeckt und riecht es zu Beginn der Erntezeit eher noch grünlich mit Facetten von frisch geschnittenem Gras, frischer Avocado, Tomatenstrauch oder Artischocke. Bei etwas reiferen Oliven kommen süßere Noten dazu wie reife Banane, überreife Äpfel, Nüsse oder Mandeln. Einfach probieren! Mehr denn je gilt: Abwechslung stärkt den Appetit!

Mein persönlicher Platz 1: Finca la Torre, Selección Hojiblanca / BIO / Camino Finca La Torre S/N 29540 Bobadilla, Málaga, España

Mein persönlicher Platz 2: „Mate – Timbro Istriano / BIO“ / agrofin d.o.o. / Istrien, Kroatien

Mein persönlicher Platz 3: Knolive Epicure / Ctra. A-339, Km.23 14800 Priego de Córdoba, Andalucía, España

5 Dinge, die du über Olivenöl wissen solltest

Olivenbaum vor dem Schnitt. Bei einem richtigen Schnitt, sagt man – das eine Taube hindurchfliegen kann – ohne anzustoßen.

1. Olivenöl gehört zu den gesündesten Ölen überhaupt und passt zu fast allen Gerichten – kein Wunder also, dass es bei uns Deutschen nach wie vor die Nummer eins ist.

2. Vergiss die weit verbreiteten Verkaufsargumente „kaltgepresst“ oder „erste Pressung“. Sie sagen rein gar nichts aus, da heute weder Heißpressung noch eine zweite oder dritte Pressung üblich sind. Heiß wird seit Urzeiten nicht mehr gepresst. Doch je wärmer, über 25°C, der Olivenbrei erhitzt wird, desto höher der Ölertrag, aber umso fehlerhafter auch das Olivenöl. Es gibt Werte, die viel wichtiger sind: der Gehalt an Polyphenolen zum Beispiel. Mindestens 500 Milligramm pro Kilogramm der sekundären Pflanzenstoffe sollten enthalten sein. Je mehr, desto gesünder und aromatischer ist natürlich das Olivenöl.

3. Polyphenole sorgen auch für den feinen Duft nach frischem Grasschnitt, Artischocken oder Pfeffer. Auch den scharfen, leicht bitteren Abgang haben nur echte Spitzenöle, weil die Oliven unreif geerntet werden. Grün leuchten muß es – eine dunkelgelbe Farbe weist auf fortgeschrittene Oxidation hin.

4. Geöffnetes Olivenöl solltest du innerhalb von zwei Monaten verbrauchen, denn dann verliert selbst das beste Öl an Aromavielfalt und gesundheitsförderlicher Wirkungen. Bewahre Olivenöl dunkel und kühl, optimal sind 16 bis 18 Grad.

5. Olivenöl kann auch zum Braten verwendet werden. Dabei bleiben dank seines niedrigen Gehalts an freien Fettsäuren die gesunden Inhaltsstoffe erhalten. Achte aber darauf, es nicht über 180 Grad zu erhitzen.

Olivenöl und seine Güteklassen

In den Regalen sollten eigentlich nur noch Olivenöle „Extra Virgin“ stehen – alles andere ist schwer zu verkaufen. Die Bezeichnungen „Extra Virgin Olive Oil“, zu deutsch „Natives Olivenöl Extra“, ist die höchste Qualitätskennzeichnung für Olivenöl. Aber was heißt das jetzt. Eigentlich nichts anderes, als das Olivenöl verschiedene Analysen durchlaufen muß – zum einen chemisch und zum anderen sensorisch. Bei der chemischen Analyse muß unter anderem der Säuregehalt ≤ 0,8 % betragen. Bei der sensorischen Analyse kommt es darauf an, daß das Olivenöl eine gewisse Fruchtigkeit aufweist und keine sensorischen Fehler wie etwa ranzig oder stichig schlammig.

Kategorie 1 / Natives Olivenöl Extra: Direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren ohne Wärmeeinwirkung unter 40 °C gewonnen / Säuregehalt ≤ 0,8 %, ohne sensorische Fehler, für den Verzehr geeignet.

Kategorie 2 / Natives Olivenöl: Direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren ohne Wärmeeinwirkung unter 40 °C gewonnen / Säuregehalt ≤ 2 %, leichte Fehler, für den Verzehr geeignet.

Kategorie 3 / Lampantöl: Säuregehalt > 2 %, deutlich fehlerhaft und darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss raffiniert werden.

Kategorie 4 / Raffiniertes Olivenöl: Säuregehalt ≤ 0,3 %, typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen; darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Olivenöl“ (Kategorie 5) verarbeitet werden.

Kategorie 5 / Olivenöl: Mischungen aus raffiniertem Olivenöl (Kategorie 4) mit nativem Olivenöl der Kategorien 1 oder 2. / Säuregehalt ≤ 1 %, Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.

schwarze, reife Oliven für „reif-fruchtige“ Olivenöle

Gutes Olivenöl ist schmackhaft, gesund und bestens geeignet zum mediterranen Kochen und Braten. Jeder Italiener verbraucht im Jahr ca. 10 bis 12 Liter Olivenöl pro Jahr (das schaffe ich mittlerweile auch), Griechen sogar 15 Liter. Eine neue Erkenntnis ist das nicht, denn die meisten Olivenanbaugebiete liegen im mediterranen Raum zwischen den kanarischen Inseln und der Ägäis.

Wir deutschen verbrauchen pro Jahr „leider“ nur 1 Liter Olivenöl im Jahr. Übrigens: Wenn Oliven innerhalb von zehn Stunden nach der Ernte gepresst werden, ist das gut. Ideal ist, wenn sie binnen vier bis acht Stunden zur Mühle kommen, unter vier Stunden ist es absolute Spitzenklasse. Je reifer die Oliven, desto weicher fällt das Olivenöl aus.

Wie probiert man gutes Olivenöl?

Benötigt werden dazu ein kleines Glas, am besten ein sogenanntes „Nosing-Glas“, und natürlich Olivenöl. Vor allem Morgens, Vormittags gibt es Perioden optimaler Wahrnehmung von Geschmack und Geruch. Man sollte mindestens eine Stunde vor der Verkostung keine Nahrung zu sich nehmen. Aroma und Geschmack der Öle kann direkt oder retronasal wahrgenommen werden. Um die ideale Testtemperatur von 28 Grad zu erreichen, erwärme das Glas mit den Handfläche deiner Hände. Zwischen jeder Verkostung, um den Geschmack der vorherigen Probe zu entfernen, iss ein Stück Apfel oder trinke ein Schluck Wasser (mit Zimmertemperatur).

Warum gibt es grüne und schwarze Oliven?

mittelreife und unreife Oliven nach der Ernte

Jede Olive ist zunächst grün und entwickelt sich im Laufe des Reifeprozesses über violett bis dunkel-violett, bis hin zu schwarz. Grundsätzlich gilt: dass die Oliven dann erntereif sind, wenn ihr Grün ins Violett übergeht.

In vielen Regionen werden Oliven bereits in grünem Zustand geerntet. Das daraus gewonnene Olivenöl schmeckt frisch, fruchtig, scharf und kräftig. Ganz mein Geschmack!

Kann man mit „nativ extra“ Olivenöl braten?

Klar, du kannst die Güteklasse „nativ extra“ bis zu 180°C erhitzen. Es sei den, es handelt sich um ein naturtrübes bzw. ungefiltertes Olivenöl – es enthält mehr an Fruchtwasser welches in der Pfanne für mächtige Spritzer sorgt. Also lieber gefiltertes verwenden.

Wie lange ist Olivenöl eigentlich haltbar?

Aufgrund seiner Fettzusammensetzung ist Olivenöl, bei richtiger Lagerung – lichtgeschützt und kühl, am besten im Keller bei ca. 15 Grad – relativ lange haltbar. Die Europäische Union hatte mal vorgeschrieben, dass Inverkehrbringer von Olivenöl eine Mindesthaltbarkeit von 18 Monaten, nach der Abfüllung, auf dem Etikett deklarieren muss. Diese Pflicht ist allerdings schon lange vom Tisch. Heute darf der in der Europäische Union abfüllende Betrieb ein ihm beliebiges Mindesthaltbarkeitsdatum auf das Etikett drucken. Der Abfüller muss lediglich garantieren können, dass das Olivenöl bis zum besagten Zeitpunkt den auf dem Etikett gemachten Angaben entspricht. Angebrochene Olivenöle sollten innerhalb von 2 Monaten aufgebraucht werden.

Buchtipps: SuperOlio – eine neue Kategorie von Olivenölen / Kulturgeschichte der Olive

SuperOlio: Eine neue Spitzenkategorie italienischer Olivenöle

„Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Rein oder gemischt, gesättigt, nativ, extra vergine, kalt gepresst, raffiniert oder bio: Das kleine Einmaleins des Olivenöls will gelernt sein. Als eines der ältesten Lebensmittel der Menschheit war Olivenöl nie so vielfältig und vor allem so gesund wie heute. Die Revolution der kleinen runden Frucht fand lange Jahre im Verborgenen statt, doch inzwischen drängen immer mehr Spitzenöle von höchster Qualität auf den Markt. Deren faszinierende Geschmackswelt ist längst nicht mehr nur Gourmets und Sterneköchen vorbehalten.“

Über die Autorin: „Die Begeisterung von Michaela Bogner für Olivenöle entwickelte sich, als sie von 1999 bis 2005 in der Nähe von Florenz lebte. 2011 ließ sie sich von der IHK Florenz zur zertifizierten Olivenölverkosterin ausbilden und ist seitdem Mitglied er italienischen Verkostervereinigung ANAPOO. Sie hält Olivenöl-Seminare, importiert hochwertige Olivenöle aus Italien und bloggt unter www.dasgoldderbauern.de

Liebe Olive: Eine kleine Kulturgeschichte

„Kein anderer Baum ist so eng verbunden mit der Entwicklung der mediterranen und europäischen Kultur, der Religion und der Demokratie, der Medizin, des internationalen Tauschhandels, des Sportes, der Kunst, der Literatur. Der Olivenbaum ist ein vielverzweigter Urbaum, an dessen luftigen Ästen, wenn nicht alles, so doch vieles von dem hängt, was die menschliche Kultur der letzten Jahrtausende hervorgebracht hat.Der Olivenbaum ist ein archaischer Zauberer, die zarte Olive eine trickreiche Zauberin.“

Über den Autor: „Ralph Dutli ist ein Schweizer Lyriker, Essayist, Romancier, Biograph und Übersetzer. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, lebt als freier Autor in Heidelberg.“

Die Olive: Aphorismen, Gedichte und Verse

Etwas Kultur muss sein – ich habe euch hier mal einige Aphorismen, Verse und Gedichte über die Olive zusammengetragen.


Völker sind wie die Oliven: Dem leichten Drucke geben sie süßes Öl, dem starken bitteres.

Carl Ludwig Börne (1786 – 1837), deutscher Journalist, eigentlich Juda Löb Baruch, Literatur- und Theaterkritiker


Ist das Leben wie die Olive eine bittere Frucht, so greife man beide scharf mit dem Pfeffer an, und sie liefern das süßeste Öl.

Jean Paul (1763 – 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge


Die Ölbäume sind sehr charakteristisch, und ich gebe mir große Mühe, das einzufangen. Es ist Silber, das mal ins Blaue, mal ins Grüne spielt, bronzefarben und beinah weiß auf gelbem, rosa, violettem oder orange Boden, der bis zum stumpfroten Ocker geht. Eines Tages mache ich vielleicht etwas ganz Persönliches daraus, wie ich es mit den Sonnenblumen für die gelben Töne gemacht habe.

Zitat von Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo, Brief 608


Wir wollen unsere Zeit der Natur gemäß durchleben und heiter beendigen, so wie die reif gewordene Olive fällt, indem sie die Erde segnet, die sie hervorgebracht, und dem Baum dankt, der sie genährt hat.

Marc Aurel (121 – 180), römischer Kaiser und Philosoph


Doch der Atreid, ausziehend das Schwert voll silberner Buckeln,
Sprang auf Peisandros hinan. Der hob die schimmernde Streitaxt
Unter dem Schild, die ehrne, geschmückt mit dem Stiele von Ölbaum,
Schöngeglättet und lang; und sie drangen zugleich aneinander.

Zitat aus (Homer: Ilias, 13. Gesang, 610-613)


Bei Nervi

In diesen Silberhainen von Oliven
Hab ich die Heilung aller meiner Wunden
Und auch die heitre Lösung nun gefunden
Von meines Lebens ernsten Hieroglyphen.

Unstet und finster war ich einst im Norden
Wie dieser Himmel fließen nun die Tage
Mir blau und sonnig hin und selbst die Klage
Ist mir zu lieblicher Musik geworden.

Heinrich Leuthold (1827 – 1879), Schweizer Dichter und Epiker, Mitglied des Münchner Dichterkreises und Übersetzer französischer Lyrik

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